| Auf dieser Seite dokumentiere ich die verschiedenen Experimente zum Thema Elektromagnetismus/Plasmaphysik. Es sind dies: Stoßentladungen
bei normalem Luftdruck unter Gleichspannung, Koronaentladungen an Metallspitzen unter Gleichspannung, Koronaentladungen an einer
Metallscheibe under 40 KHz Wechselspannung, Koronaentladungen an einer Drahtspitze und -schleife unter 4 MHz Hochfrequenz.
Entladungen unter Niederdruck in Neon und Luft, Versuchsaufbau meiner selbstgebauten
Marmeladenglas-Plasmalampe.
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Zunächst die Phänomene in einem Elektrostatischen Hochspannungsfeld. Für die Stoßentladung wurde die Elektrische Hochspannung aus der Influenzmaschine in zwei Leidener Flaschen gespeichert.
Stoßentladung an einer Influenzmaschine
Korona- oder Sprühentladungen treten hauptsächlich an spitzen Metallgegenständen auf, da an der Spitze die Feldlinien zusammentreffen und daher die Feldstärke dort sehr hoch ist, so dass es zu einer Ionisation der Luft unmittelbar an der Spitze kommt. Da ionisierte, also elektrisch geladene Gase leitfähig sind, fließt die Ladung langsam ab, noch bevor sich eine noch höhere Spannung aufbauen kann. Das ist das Prinzip des Blitzableiters. Nach demselben Prinzip funktionier auch das sogenannte St. Elmsfeuer, das bei gewittrigem Wetter im Dunkeln oft an Mastspitzen etc. zu sehen ist und früher abergläubigen Matrosen das Ende ihres Schiffes anzuzeigen schien.
Koronaentladung an einer Drahtspitze in einem elektrostatischen Gleichspannungsfeld, ein künstliches St. Elmsfeuer
Nachfolgend eine Falschfarbendarstellung des Bildes oben. Hier werden die Unterschiedlichen Helligkeitsstufen in verschiedene Farben umgewandelt. Dadurch wird der Verlauf der elektrischen Feldlinien sichtbar.
Falschfarbenbild einer Koronaentladung an einer Drahtspitze. Unmittelbar an der Spitze liegen die Feldlinien am engsten beieinander.
Bei Wechselspannung, vor allem bei hohen Frequenzen treten Koronaentladungen auch dann auf, wenn sich zwischen den beiden Elektroden ein Isolator, etwa eine Glasplatte befindet. Bei folgender Abbildung wurde eine Alufolie unter 40 KHz / 15KV Hochspannung gesetzt und mit einer Glasscheibe abgedeckt. Auf der Glasscheibe lag die geerdete Metallscheibe. An ihrem Rand kam es zu einer massiven Koronaentladung.
Koronaentladung an einer Metallscheibe, die durch eine dünne Glasscheibe von der wechselspannungsführenden Alufolie (40KHz/15KV) getrennt war.
Dieselbe noch einmal in Falschfarben
Bei noch höheren Frequenzen, im Megahertzbereich ändern sich Form und Länge der Koronaentladungen an spitzen Gegenständen. Grund dafür ist wahrscheinlich der sogenannte "Skin-Effekt", der dazu führt, dass sich die einzelnen feinen Entladungskanäle einander abstoßen, so dass wunderschöne Funkenbüschel entstehen, wie auf folgendem Bild zu sehen ist.
Funkenbüschel einer 4 MHz Hochfrequenzentladung, links an einer Drahtspitze, rechts an einer Drahtschleife. Besonders links sind die einzelnen Entladungskanälchen deutlich zu sehen
Nun zu den Entladungen unter Niederdruck. Hier ist die Erscheinungsform sehr viel diffuser, weil der Gasdruck nur wenige Millibar beträgt, und die Elektronen daher weit mehr "Freie Bahn" haben, als bei Atmosphärendruck. Jedes Gas leuchtet dabei in seiner charakteristischen Farbe, bzw. Spektrallinien. Das Leuchten kommt dadurch zustande, das Elektronen beim Durchgang durch das Gas während der Entladung mit den Gasatomen und -molekülen zusammenstoßen, wobei die in den Atomen und Molekülen enthaltenen Elektronen von einer Elektronenschale auf die nächste angehoben werden und wieder zurückfallen, kurz gesagt, in Schwingung versetzt werden und dabei sehr kurze elektromagnetische Wellen, hier in Form von sichbarem Licht, abgeben. Die Wellenlängen, und damit auch die Farbe, ist je nach Gas verschieden. Neon z.B. leuchtet orangerot, Argon blauviolett, ebenso Stickstoff und Sauerstoff, Hauptbestandteile unserer Luft, daher erscheinen elektrische Funken und auch die Entladung in verdünnter Luft bäulichviolett. Ausserdem ist ein hoher Anteil an unsichtbarem Ultraviolett bei Entladung in Luft enthalten.

Eine mit Neongas gefüllte Plasmalampe in einem 40 KHz Hochspannungswechselfeld. Das Gas leuchtet orangerot.
Nachfolgend eine Entladung in verdünnter Luft. Zumächst habe ich am Metallschraubdeckel ein Glasröhrchen oder eine innen verspiegelte Minichristbaumkugel angebracht, das Glasröhrchen, bzw. Kügelchen an der Innenwand mit Stanniolpapier versehen und dieses leitend mit dem Deckel verbunden. Dann in den Deckel ein feines Loch gebohrt und ein Stück Tesafilm lose aufgelegt. Dann mit der Vakuumpumpe die Luft abgesaugt. Nach dem Entfernen der Saugglocke drückt die Aussenluft den Tesastreifen auf das Loch, das nun hermetisch abgedichtet ist. Der Tesafilm wirkt hier quasi als Ventil. Das Ganze hält bei guter Ausführung tatsächlich dauerhaft dicht. Man kann auch den Leiter ohne Trennung durch einen Isolator wie Glas am Deckel befestigen, aber dann ist die Entladung so stark, dass derart hohe Temperaturen im Entladungskanal auftreten, dass das Entladungsgefäß platzen kann.
Plasmaentladung in verdünnter Luft (40 KHz / 15KV)
Dieselbe in Falschfarben. Hier tritt die Struktur der Entladungszonen besonders deutlich hervor.
Nachfolgend noch einmal eine graphische Darstellung vom Versuchsaufbau meiner Marmeladenglas-Plasmalampe.
Der Versuchsaufbau einer Marmeladenglas- Plasmalampe. Funktioniert am besten mit dem High Voltage Generator v2.2. Für den Class E mit Flachspule ein Glas mit Kunststoffdeckel nehmen, nur einen sehr feinen in zwei Richtungen gebogenen Draht hineinlegen und auf die Flachspule an die Hochfrequenzelektrode stellen.
Zwei Abbildungen einer 40 KHz / 15KV Entladung im Marmeladenglas. Links stehen die geerdeten Stanniolstreifen aussen am Glas weiter ab, als rechts, deshalb ist dort die Leucterscheinung weniger stark, als rechts.
Hier noch einmal, links in Echt-, rechts in Falschfarben
Hier ein Entladungsgefäß mit feinem Draht als Elektrode, auf dem 4 MHz Hochspannungsgenerator Class E mit Flachspule
Von den für diese Dokumentation verwendeten Geräte und den entsprechenden Ergebnissen hätte ich noch vor ca. 30 Jahren nur träumen können. Das diese Dokumentation nun in dieser Form überhaupt möglich wurde, ist in erster Linie dem High Voltage Shop in Graz/Österreich zu verdanken, da dieses meines Wissens der einzige am Markt ist, der derartige Geräte anbietet. Gefunden hatte ich ihn übrigens über E-Bay. Herzlichen Dank dem High Voltage Shop. Hier die Webadresse des High Voltage Shops:
http://highvoltageshop.com/
Zum Schluß noch ein paar Sicherheitshinweise, falls jemand die Versuche selber machen möchte, um die Phänomene live zu erleben:
1. Unbedingt die Betriebsanleitung vor Versuchsbeginn genau lesen und auch beachten.
2. Bei Anschluß an das Stromnetz mittels Steckernetzteil und Erdung am Stromnetz eine Steckdosenleiste mit Netzfilter verwenden, um ein Eindringen der Hochfrequenz ins Stromnetz zu verhindern, sonst könnten andere Geräte wie PC, Fernseher etc. irreparabel beschädigt werden, ausserdem kann es zu Funkstörungen kommen, besonders beim 4 MHz Generator. HF-Generatoren möglichst im geerdeten HF-Käfig betreiben, um Funkstörungen zu vermeiden.
Geräte nie unbeaufsichtigt laufen lassen und von Kindern fernhalten. Nicht in der Nähe von brennbaren Materialien in Betrieb nehmen, Brandgefahr durch heißen Plasmalichtbogen. Nie zu nahe an die spannungsführende Elektrode kommen, Verbrennungsgefahr durch Lichtbogen.
Nie in zu kleinen Räumen betreiben, da bei längerem Betrieb durch die Plasma- und Koronaentladungen Ozon und giftige Stickoxide entstehen. Betriebraum stets gut durchlüften.
Viel Erfolg bei den Versuchen zu den faszinierenden Phänomenen des Elektromagnetismus und der Plasmaphysik.
Hier noch einmal eine Dokumentation von Plasmaentladungen als Video.